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Die Amphibienwanderungen beginnen – Wildpark hilft beim Schutz

Wie wir im vergangenen Jahr bereits berichteten, wurde auf einer Fahrstrecke in Schönbrunn auf die Schnelle und auf Anregung von Wildparkmitarbeitern...
Freiwillige Helfer.
Foto: Matthias Knörzer

Wie wir im vergangenen Jahr bereits berichteten, wurde auf einer Fahrstrecke in Schönbrunn auf die Schnelle und auf Anregung von Wildparkmitarbeitern ein Zaun zum Schutz der Amphibien errichtet, da mehrere überfahrene Exemplare gesichtet wurden.

In Zusammenarbeit mit dem NABU und Bürgermeister Frey wurden damals zügig die bürokratischen Hürden hierfür überwunden.

Um in diesem Jahr auf die Wanderung der Tiere besser vorbereitet zu sein, haben sich NABU, Wildpark, Straßenmeisterei und das Rathaus Schönbrunn bereits vorab zu einer Besprechung getroffen.

Ein neuer, besserer Zaun zum Schutz wurde durch die Straßenmeisterei angeschafft. Mit knapp 15.000 Euro Anschaffungskosten wahrlich kein Schnäppchen.

Mit diesem Zaun können rund 600 Meter Streckenabschnitt beidseitig gesperrt werden, um die Tiere vor dem Überfahren zu schützen. Außerdem wird ab dem Abend bis in die frühen Morgenstunden die Geschwindigkeit auf besagtem Abschnitt gedrosselt.

Nicht nur für die Amphibien, sondern auch für die Sicherheit der Helfer, die solche Zäune in der Nacht und in den Morgenstunden ablaufen, ist es extrem wichtig, dass die Autofahrer aufmerksam sind und langsam fahren. Um Amphibien zu töten, muss man diese nämlich nicht zwingend mit dem Reifen überrollen. Durch den Strömungsdruck unter dem Fahrzeugboden reichen bereits 30 km/h aus, um die Tiere tödlich zu verletzen.


Der Zaun wurde am 28. Februar mit Helfern aus dem Wildpark Schwarzach und dem NABU gestellt. Für diese Zeit wurde die Strecke für Fahrzeuge komplett gesperrt, um einen sicheren Arbeitsablauf zu gewährleisten.

Der Zaun wird durch Haken im Boden befestigt und mit dem Niederhalten wird dafür gesorgt, dass die Tiere nicht unter der Folie entlangkriechen können.

Am Ende der Zäune werden Eimer eingegraben, sodass die Tiere nicht den Zaun umrunden und auf die Straße laufen können, sondern in den Eimern landen.

Nach etlichen Stunden schweißtreibender Arbeit war der schwierigste Teil erledigt und der Zaun aufgestellt.

Ab jetzt werden die Mitarbeiter des Wildparks jeden Abend und jeden Morgen über die nächsten Wochen die Strecke ablaufen, um die Individuen sicher über die Straße zu geleiten und zu dokumentieren. Hier in der Region sind sowohl der gefleckte als auch der gebänderte Feuersalamander anzutreffen. Wichtig ist der Erhalt der größten und mit bis zu 20 Jahren Lebenserwartung wohl auch langlebigsten einheimischen Amphibienart.

„Meiner Meinung nach sollte jeder, der Tiere hält oder etwas für sie übrig hat, sich an der Arterhaltung und dem Artenschutz beteiligen“, so Pascal Herzog vom Wildpark.

Im letzten Jahr wurde neben den Feuersalamandern auch Grasfröschen und Erdkröten über die Straße geholfen.

Insgesamt konnten über die kurze Zeit des gestellten Zaunes 67 Feuersalamander-Individuen auf der Straße gesehen werden. Teilweise trächtig, teilweise Jungtiere oder schon wieder auf dem Rückweg, teilweise leider überfahren.

Daher wird der Zaun in diesem Jahr beidseitig gestellt und der abgesteckte Streckenabschnitt verlängert. Ebenso wurden im letzten Jahr keine Eimer eingegraben, was in diesem Jahr aber auch vorgenommen wurde.

Zur besseren Dokumentation wurden Formulare entworfen, auf denen man die gesammelten Amphibien eintragen kann, ebenso das Wetter, die Temperatur und viele weitere Details, die uns zur Auswertung helfen können. So können wir auch in künftigen Jahren den Bestand besser im Blick behalten. Eine Auswertung der Daten wird nach der diesjährigen Wandersaison erstellt.

Wir werden sehen, wie viele Individuen wir in diesem Jahr retten können.

Unser Dank für die Hilfe bei den bürokratischen Hürden und der Hilfe bei Besorgung und Aufbau geht an Bürgermeister Frey mit seinem Bauamt, Fr. Nicole Ernst, dem Bauhof Schönbrunn, der Straßenmeisterei unter Leitung von Herrn Matthias Knörzer und Antonino Saraceno vom NABU mit seinen Helfern.

Schild und Zaun zur Krötenwanderung.
Foto: Selina Herzog Keilhauer
Erscheinung
Kleiner Odenwald – aktuell
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Ausgabe 10/2026
von Wildpark Schwarzach
04.03.2026
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