
Das Rehwild oder auch kurz „Reh“ ist die häufigste und mit einer Schulterhöhe zwischen 54 und 84 cm auch die kleinste Hirschart in Europa. Das Reh gehört zu dem Schalenwild. Dieser Name umfasst die jagdlich bedeutendsten Wildtierarten wie Rotwild, Gams- und Steinwild, Rehwild sowie Schwarzwild. Diese Tiere sind alteingesessen. Dieser Begriff umfasst aber auch eingebrachte Tiere, wie Muffel-, Dam- und Sikawild. Auch der Elch, als die größte europäische Schalenwildart, gehört dazu. Die gemeinsame Bezeichnung Schalenwild bezieht sich auf die Hufe der betreffenden Tierarten, die im jagdlichen Sprachgebrauch Schalen genannt werden.
Das Rehwild entwickelte sich vor ca. 20-25 Millionen Jahren. Seit der letzten Eiszeit unterscheidet man in drei Unterarten: das europäische Reh, das sibirische Reh und das mandschurische Reh.
Rehe gehören zu den Pflanzenfressern und Wiederkäuern. Mit ihren Fellfärbungen sind sie, gerade jetzt im Laub, bestens getarnt. Zwei mal im Jahr färbt sich das Haarkleid der Tiere. Im Frühjahr wird es rotbraun im Herbst graubraun. Auf der Rückseite sieht man das weiße Hinterteil des Tieres. Dieses wird auch „Spiegel“ genannt.
Das Geweih des Rehbocks wird auch als Gehörn bezeichnet. Dieses wird zwischen Oktober und Dezember abgeworfen und es wächst ab Januar / Februar ein neues nach. Das Rehwild ist der einzige heimische Geweihträger, der bereits im ersten Lebensjahr ein Geweih schiebt.
Die Brunftzeit der Tiere ist nicht wie beim Rotwild im Herbst sondern bereits im Juli und August für einige Wochen. Die Tragezeit einer Ricke (weibliches Reh) beträgt 9 Monate. Allerdings beinhaltet diese Zeit auch ca. 4,5 Monate Eiruhe. Erst um die Wintersonnwende beginnt der Embryo sich zu entwickeln. Ab Mai kommen dann die Jungtiere auf die Welt, passend sodass das Muttertier ausreichend Nahrung findet und das Junge für bis zu 7 Monate säugen kann.
Gegenüber der Yaks im alten Muffelwildgehege sind zwei Handaufzuchten eingezogen. Beide können schlecht wieder ausgewildert werden und die Jäger übergaben uns die Tiere, sodass diese bei uns ein Zuhause finden. Die beiden Damen sind neugierig aber bleiben mit einem gewissen Abstand zu den Besuchern.
Sehen kann man diese nur mit viel Geduld und einem scharfen Auge, denn die Tiere verschmelzen mit ihrer Umgebung.
Rehe sind übrigens nicht mit dem Damwild zu verwechseln. Tatsächlich sind Rehe als Trughirsche sogar näher mit den Elchen als mit dem Rotwild verwandt.