
Die Schüler der 3. Förderklasse der Comenius-Schule in Schwetzingen haben auf quadratischen Leinwänden im Format 40 x 40 cm gearbeitet und wurden dabei schrittweise in die Techniken der Acrylmalerei eingeführt. Als Hilfsmittel verwendeten die Schüler Kreppklebeband, das während des Malprozesses mehrfach über die Leinwand gespannt und auf der Fläche befestigt wurde. Durch das Abkleben entstanden sauber voneinander getrennte Felder und Kanten, die anschließend mit unterschiedlichen Farbtönen aus vorgegebenen Farbräumen ausgefüllt wurden.
Die Verwendung des Klebebands ermöglichte präzise, scharfe Übergänge und half, die Komposition strukturiert aufzubauen. Nach dem Trocknen der Acrylfarbe wurde das gesamte Klebeband idealerweise wieder entfernt und anschließend neu positioniert.
Durch dieses wiederholte Abkleben und Übermalen entstanden neue Flächen, die teilweise über die zuvor gestalteten Bereiche hinausragten oder diese überlappen. So entwickelten sich Schichtungen, Überlagerungen und feine Farbkanten, die dem Bild zusätzliche Tiefe und gestalterische Spannung verliehen.
Bei diesem spannenden Projekt mit dem Titel „Bunt wird bunter?“ werden die jungen Künstler auch in diesem Jahr von der Brühler Künstlerin und Kunstpädagogin Andrea Tewes betreut und angeleitet. Am 17. März bestand die Möglichkeit, erste Ergebnisse des Projekts in der Comenius-Schule in Schwetzingen zu begutachten.
Diese Präsentation war ein wichtiger Meilenstein, da sie die Fortschritte und Erfolge demonstrierte, die im Rahmen des Projekts erzielt wurden. Museums- und Projektleiter Lars Maurer, Andrea Tewes, das Lehrekollegium und beteiligte Schüler waren anwesend, um die Resultate zu präsentieren und sich über die Entwicklungen zu informieren.
„Es scheint, als würden uns negative Schlagzeilen erdrücken. Auch die Zukunftsaussichten werden immer pessimistischer, sodass die positiven Seiten leicht aus dem Blick geraten," hat die Brühler Kunstpädagogin Andrea Tewes festgestellt. Dem setzt sie entgegen: "In Deutschland leben wir heute in einer Gesellschaft, die noch nie so bunt war und sich so bunt zeigen durfte." Dieses positive Signal steht im Mittelpunkt des diesjährigen Schul-Kunst-Projekts.
Kunst kann sowohl aus Zufällen als auch aus sorgfältiger Planung hervorgehen und in vielen Fällen handelt es sich um eine interessante Kombination der beiden Elemente. Dieses Prinzip der Vermischung ist auch beim Projekt „Bunt wird bunter“ zu beobachten.
Das Experiment der Schüler der Comenius-Schule – und den ebenfalls beteiligten rund 175 Schülerinnen und Schülern aller Schwetzinger 3. Grundschul- und Förderklassen – entspricht diesen Prinzipien. Hierbei spielt der Zufall eine entscheidende Rolle, als sie die Farbfelder auf die Leinwand malten. Ob sie den Anstoß zu aktuellen gesellschaftlichen Themen — etwa Vielfalt, gelebter Integration oder Inklusion — bewusst aufgenommen haben, bleibt offen; dennoch leben sie ihn.
Übrigens werden die Ergebnisse des Projekts im Rahmen der 16. Schülerausstellung präsentiert, die vom 7. Bis 21. Mai in der Volkshochschule im Rahmen einer großformatigen Gesamtinstallation zusammengefügt wird. Die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der Grund- und Förderschule werden natürlich gemeinsam zur Ausstellung gehen. (GK)
