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Für den Wahlkreis 40 Schwetzingen

Landtagskandidat Andreas Sturm (CDU) im Gespräch

Zehn Fragen an Kandidat Andreas Sturm (CDU) zur bevorstehenden Landtagswahl am 8. März 2026.
Andres Sturm
Andreas Sturm, Kandidat der CDU für den Wahlkreis 40 SchwetzingenFoto: Busse

Zur bevorstehenden Landtagswahl wollte NUSSBAUM.de von Kandidaten des Wahlkreises 40 Schwetzingen wissen, wie sie zu viel diskutierten Themen stehen und welche Lösungsansätze sie verfolgen. Diese Woche: Andreas Sturm (CDU)

Andreas Sturm, Landtagsabgeordneter, wohnt in Neulußheim und ist seit 2002 Mitglied bei der CDU.

NUSSBAUM.de: Viele Schulen in Baden-Württemberg stehen vor großen Herausforderungen – vom Lehrkräftemangel über Unterrichtsausfall bis hin zu maroden Schulgebäuden und der Umsetzung von Digitalisierung. Wo sehen Sie aktuell den dringendsten Handlungsbedarf im Bildungsbereich?

Andreas Sturm: Die Köpfe unserer Kinder, ihre Bildung und Ausbildung, ist unser größer Schatz! Der dringendste Handlungsbedarf liegt beim Lehrkräftemangel, ohne ausreichend qualifizierte Lehrkräfte können wir Bildungsqualität nicht sichern.
Wir haben die Studienplatzkapazitäten erhöht und in den vergangenen fünf Jahren überdurchschnittlich viele Lehrkräfte eingestellt. Weitere zentrale Aufgaben sind: Digitalisierung, Schulbau und frühkindliche Sprachförderung.
Gemeinsam mit dem Bund bereiten wir den Digitalpakt II vor, damit Schulen zügig in moderne digitale Infrastruktur investieren können. Wir unterstützen die Kommunen bei der Sanierung und dem Neubau von Schulen. Die Schulbauförderung wurde auf 450 Mio. Euro jährlich erhöht, 861 Mio. Euro stehen für den Ganztagsausbau bereit.
Ein besonderer Schwerpunkt ist die frühkindliche Sprachförderung. Mit dem Programm SprachFit haben wir verbindliche Sprachtests für vierjährige Kinder eingeführt und eine gezielte Förderung gestartet. Baden-Württemberg ist hier bundesweit Vorreiter.

NUSSBAUM.de: Viele Kommunen fühlen sich bei Migration und Integration überfordert. Wie schätzen Sie die Situation ein, und welche Ansätze halten Sie für besonders geeignet, um Städte und Gemeinden zu unterstützen?

Andreas Sturm: Die Belastungen in den Kommunen kenne ich sehr gut, ich bin selbst Gemeinderat und im regelmäßigen Austausch mit Bürgermeistern und Kommunalpolitikern. Wir müssen Migration besser ordnen und steuern, um Städte und Gemeinden zu entlasten.
Bundeskanzler Merz und Bundesinnenminister Dobrindt haben eine sehr klare und begrüßenswerte Wende in der Migrationspolitik eingeleitet. Durch konsequente Maßnahmen wie Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind die Migrationszahlen sehr deutlich zurückgegangen, die Zahl der Asylanträge ist im bisherigen Jahresverlauf 2025 im Vergleich zu 2024 um 51 Prozent gesunken. Das entlastet die Kommunen natürlich spürbar.
In Baden-Württemberg setzen wir Rückführungen konsequent um. Im vergangenen Jahr haben wir über 1.000 ausreisepflichtige Straftäter abgeschoben, so viel wie noch nie. Auch die Abschiebungen und die Zahl der freiwilligen Ausreisen sind deutlich angestiegen. Am Freitag, 13. Februar habe ich genau zu dieser wichtigen Thematik den zuständigen Staatssekretär Siegfried Lorek unter dem Titel „Für einen starken Rechtsstaat: BW geht voran! im Golfrestaurant Fairway eingeladen.

NUSSBAUM.de: Die Situation in der Pflege wird als dramatisch beschrieben. Wie beurteilen Sie die Lage aktuell, und wo sehen Sie die dringendsten Probleme?

Andreas Sturm: „Der größte Engpass ist der Fachkräftemangel, der durch den demografischen Wandel weiter wächst. Viele Einrichtungen berichten mir von Besetzungsproblemen und hoher Belastung bei gleichzeitig steigender Zahl Pflegebedürftiger. Kurzfristig müssen wir Pflegekräfte spürbar entlasten: weniger Bürokratie, mehr digitale Dokumentation und der gezielte Einsatz von Assistenzkräften soll mehr Zeit für die Pflege schaffen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) treibt genau das voran und will die Ausbildung bundesweit vereinheitlichen sowie Pflegekräften mehr Befugnisse geben. Zugleich müssen wir den Beruf attraktiver machen und mehr Menschen für Pflegeausbildung, Qualifizierung und Rückkehr in den Beruf gewinnen. Eine starke Unterstützung pflegender Angehöriger ist dabei unerlässlich. Ziel bleibt eine verlässliche, menschliche Pflege heute und in Zukunft.“

NUSSBAUM.de: Der öffentliche Nahverkehr ist in vielen Regionen unzuverlässig. Welche konkreten Schritte halten Sie für notwendig, um Mobilität für Stadt und Land sicherzustellen?

Andreas Sturm: Als Bahnfahrer sage ich aus eigener Erfahrung: Ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr steht und fällt mit Verlässlichkeit. Daran mangelt es derzeit oftmals. Verspätungen und Zugausfälle – häufig verursacht durch Personalengpässe und mangelnde Instandhaltung – frustrieren täglich. Wir brauchen beides: konkrete Verbesserungen vor Ort und eine Stärkung der Infrastruktur. In unserer Region wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger eine direkte Bahnverbindung von Hockenheim und Schwetzingen nach Heidelberg. Das wäre ein wichtiger Schritt, um den Nahverkehr attraktiver zu machen.
Gleichzeitig müssen wir die Deutsche Bahn stärker in die Pflicht nehmen, damit angekündigte Maßnahmen bei Personal und Wartung auch spürbar wirken. Bund und Land investieren in den kommenden Jahren massiv in Schienen, Brücken und Straßen. Entscheidend sind aber nicht nur Investitionen, sondern verlässliche Takte, gut abgestimmte Fahrpläne und klare Zuständigkeiten. Ziel ist ein öffentlicher Nahverkehr, der im Alltag funktioniert – in der Stadt genauso wie im ländlichen Raum.

NUSSBAUM.de: Der Strukturwandel in der Industrie führt in Baden-Württemberg zu Arbeitsplatzabbau besonders in der Automobil- und Zulieferbranche. Welche konkreten Instrumente des Landes halten Sie für geeignet, um den industriellen Kern des Landes zu sichern?

Andreas Sturm: Die Wirtschaftspolitik wird unter einer CDU-geführten Landesregierung wieder oberste Priorität haben! Unser Ziel ist es, die PS, die dieses Land hat, endlich wieder auf die Straße zu bringen.
Baden-Württemberg muss Industrieland und Hightech-Standort bleiben – und dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Wir setzen auf Technologieoffenheit – Innovation statt Verbote – damit unsere Automobil- und Maschinenbau-Branche erfolgreich und klimafreundlich in die Zukunft fahren kann. Wir dürfen die einzelnen Antriebstechnologien nicht gegeneinander ausspielen. Wer will, dass Autos gebaut werden, der muss auch wollen, dass Autos verkauft und gefahren werden.
Wir beenden den ideologischen Kampf gegen unsere wichtigste Industrie! Wir machen eine Politik für das Auto – nicht dagegen. Um es deutlich zu sagen: Nicht Politiker entscheiden, was im Tank ist, das entscheiden unsere Ingenieure und der Markt. Vor allem aber brauchen unsere Unternehmen Luft zum Atmen, wir ersticken in Vorschriften. Und die Energie gerade für ein Industrieland wie Baden-Württemberg muss bezahlbar sein.

NUSSBAUM.de: Viele Menschen klagen über steigende Mieten und Baupreise. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt und welche Herausforderungen sehen Sie für die nächsten Jahre?

Andreas Sturm: Die Lage auf dem Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und zu viele Vorschriften bremsen den Wohnungsbau aus. Entscheidend für die nächsten Jahre ist deshalb, wieder deutlich mehr Tempo in Planen und Bauen zu bringen. Ein wichtiges Instrument ist die vom CDU-geführten Wohnungsbauministerium eingeführte Genehmigungsfiktion: Wenn Bauämter innerhalb von drei Monaten nicht entscheiden, gilt ein Antrag als genehmigt. Das schafft endlich Geschwindigkeit und Planungssicherheit für Bauherren und Investoren.
Zusätzlich digitalisieren wir Genehmigungsverfahren, reduzieren Vorgaben und aktivieren mehr Flächen – durch Nachverdichtung, Umnutzung und Sanierung. Gleichzeitig stärken wir den sozialen Wohnungsbau und fördern Eigentum, damit Wohnen für breite Schichten wieder bezahlbar wird. Klar ist: Dauerhafte Entlastung entsteht nur durch mehr Angebot, nicht durch immer neue Regulierung. Baden-Württemberg hat übrigens die Mietpreisbremse verlängert, zunächst bis Ende 2026.

NUSSBAUM.de: Welche landespolitischen Entscheidungen halten Sie für realistisch, um Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen spürbar zu entlasten?

Andreas Sturm: Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen gezielt dort entlastet werden, wo das Land realistisch handeln kann. Entscheidend sind Maßnahmen, die die Alltagskosten spürbar senken. Dazu gehören weniger Bürokratie und niedrigere Gebühren bei landeseigenen Leistungen sowie eine bezahlbare Kinderbetreuung. Die CDU setzt sich deshalb für ein beitragsfreies letztes Kita-Jahr ein.
Wichtig ist außerdem, Energie für Haushalte bezahlbar zu halten. Das erreichen wir durch den zügigen Ausbau der Netzinfrastruktur, schnellere Genehmigungen und verlässliche Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien, damit Kosten gar nicht erst weiter steigen.
Als CDU setzen wir zugleich auf gute Löhne durch eine starke Wirtschaft, Qualifizierung und sichere Arbeitsplätze. Denn die beste und nachhaltigste Entlastung ist Arbeit, die sich lohnt – damit Familien wieder mehr finanziellen Spielraum haben.

NUSSBAUM.de: Die Energiewende wird oft als teuer und kompliziert wahrgenommen. Welche Schritte würden Sie ergreifen, um den Klimaschutz sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und technisch machbar umzusetzen?

Andreas Sturm: Die Energiewende muss bezahlbar, praxistauglich und technologieoffen sein. Entscheidend sind Versorgungssicherheit und Planbarkeit: Erneuerbare Energien ausbauen – netzorientiert und mit Akzeptanz vor Ort –, Netze und Speicher schneller modernisieren und Wasserstoff sowie synthetische Gase konsequent voranbringen. Gleichzeitig braucht es in der Wärmeversorgung mehr Wahlfreiheit, weniger Bürokratie und eine kommunale Wärmeplanung, die wirtschaftlich tragfähige Lösungen ermöglicht.
Sozial gerecht wird Klimaschutz nur, wenn Bürgerinnen und Bürger nicht durch neue, schwer nachvollziehbare Zusatzkosten überfordert werden. Dass einzelne Netzbetreiber für stillgelegte Gasanschlüsse Gebühren im vierstelligen Bereich verlangen, ist nicht zielführend und beschädigt Vertrauen – hier braucht es faire, transparente Regeln. Hier habe ich mich persönlich auch erfolgreich eingesetzt und landesweit eine Initiative ergriffen.
Für uns als CDU gilt: Klimaschutz gelingt mit Innovation und Effizienz – nicht mit Verbotspolitik. So bleibt Baden-Württemberg Industrieland und wird zugleich klimafreundlicher.

NUSSBAUM.de: Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) für Baden-Württemberg zeichnet ein differenziertes Bild: Während die Gesamtzahl der Straftaten leicht gesunken ist, gibt es einen besorgniserregenden Anstieg bei bestimmten Gewalt- und Kriminalitätsformen. Welche Maßnahmen halten Sie für notwendig, um Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen, ohne Freiheitsrechte einzuschränken?

Andreas Sturm: „Für mich gilt: Jeder Mensch in Baden-Württemberg muss sich an jedem Ort sicher fühlen können – egal ob nachts am Bahnhof oder morgens in der Fußgängerzone. Der öffentliche Raum gehört den Bürgern und nicht den Gewalttätern! Wir schauen nicht zu, dass manche der Ansicht sind, sie könnten dem Rechtsstaat auf der Nase herumtanzen. Wir fahren eine Strategie der Null-Toleranz gegenüber Kriminellen. Das ist keine Härte, das ist Notwendigkeit. Das bedeutet konkret: Mehr Personal und Präsenz, modernste Technik und der konsequente Ausbau der Videosicherheit im öffentlichen Raum. Datenschutz ist ein hohes Gut, aber der Schutz der Opfer ist mir persönlich wichtiger! Wichtig ist auch, junge Menschen früh zu erreichen: Präventionsprogramme an Schulen und in Vereinen wirken nachweislich. Und bei Straftätern müssen Verfahren schneller abgeschlossen werden.

NUSSBAUM.de: In Hockenheim ist das Aquadrom wegen des steigenden Defizits ein Sorgenkind der Stadtverwaltung. Wie kann die Kommune angemessen reagieren, ohne dabei die berechtigten Bürgerinteressen bezüglich Gesundheitsversorgung und Freizeitgestaltung zu sehr zu vernachlässigen?

Andreas Sturm: Grundsätzlich gilt die kommunale Selbstverwaltung, die Stadt Hockenheim entscheidet selbst darüber, wie es mit dem Aquadrom weitergeht. Von Kindes Beinen an bin ich dem Aquadrom, das für viele Menschen weit über Hockenheim hinaus ein wichtiger Ort für Gesundheit, Sport und Freizeit ist, eng verbunden. Gemeinsam mit meinem Bundestagkollegen Olav Gutting (CDU) war ich im vergangenen Jahr bei Bürgermeister Matthias Beck auch bezüglich des Aquadroms zum Gespräch. Ebenso stehe ich in dieser wichtigen Angelegenheit mit Oberbürgermeister Marcus Zeitler in Kontakt und habe an der Bürgerinformationsveranstaltung am 9. Juli 2025 zur Zukunft des Aquadroms teilgenommen. In meiner Funktion als Landtagsabgeordneter geht es mir darum, die Kommunen bestmöglich bei ihren Vorgaben zu unterstützen, bei der Bewältigung von Herausforderungen zu helfen und mich nach Möglichkeit für Zuschüsse seitens des Landes einzusetzen.

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exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
04.02.2026
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Politik