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Auch ein Raumprogramm beschlossen

Neubau Turmbergschule Weingarten: Neue Verkehrsführung?

Der Neubau der Turmbergschule steht schon länger fest. Im Gemeinderat wurde nun das Raumprogramm beschlossen. Auch die Verkehrsführung war Thema.
Zu klein, nicht erweiterbar: Die Turmbergschule muss neu gebaut werden.Foto: fri

Die Turmbergschule muss neu gebaut werden – das hatte der Gemeinderat bereits voriges Jahr beschlossen. Nun gibt auch das Kultusministerium Baden-Württemberg den jetzigen Schulstandort wegen fehlender Erweiterungsmöglichkeiten auf. Die gute Nachricht für Weingarten: Durch diese Entscheidung folgt das Ministerium dem Antrag auf größtmögliche Förderung beim Schulneubau.

Vor der Gemeinderatssitzung besichtigten Schulbaukommission, Regierungspräsidium und Gemeinderäte die Turmbergschule, um nicht nach Aktenlage entscheiden zu müssen. Das Ergebnis der Besichtigung: Die Schule benötigt bis zu 2000 Quadratmeter mehr, ist aber mangels Flächen nicht erweiterbar. Eine Aufstockung kommt wegen der Statik nicht infrage – damit käme es zu einer 300-prozentigen Lastüberschreitung.

Hinzu kommt, laut Bürgermeister Eric Bänziger, dass beim Bau der Schule das Thema Erdbeben nicht berücksichtigt wurde. Teilweise sind die Decken der genutzten Räume mit 2,20 Metern Höhe extrem niedrig. Und insgesamt, so Bänziger, sei festgestellt worden, die verwinkelte Schule „sei wie ein Kaninchenbau“. Nun muss für die Standortverlegung der Schule ein Termin eingereicht werden.

Diskussion um Standort Festplatz

Doch auch wenn der Standort Festplatz beschlossene Sache ist, wurde das Thema erneut aufgegriffen. Fritz Küntzle (CDU) nannte den Standort Festplatz „katastrophal“ und artikulierte seine Bedenken bezüglich der Verlagerung. Er schlug einen Teilabriss der Schule vor und einen Neubau im laufenden Betrieb. Auch Bernd Wolf (parteilos) bezweifelte, dass es an Erweiterungsfläche fehle. Auch er hielt einen Neubau bei laufendem Betrieb für möglich, was Hans-Martin Flinsbach (WBB) bestritt.

Sonja Güntner (Grüne Liste) fragte nach der Leistungsbeschreibung, vor allem was die nachhaltige Bauweise angeht. „Wir stellen die Schule auf einen der heißesten Plätze, die wir in Weingarten haben“, betonte sie. Bürgermeister Eric Bänziger wies darauf hin, dass das nachhaltige Bauen Teil der Leistungsbeschreibung sei.

Auf dem Festplatz sollen die Turmbergschule, eine Feuerwehr-Fahrzeughalle sowie Parkplätze Platz finden.Foto: fri

Raumprogramm fällt kleiner aus

Beschlossen wurde in der Sitzung das Raumprogramm für die Schule, bei 3 Enthaltungen und 1 Gegenstimme. Das Raumprogramm, vorgestellt vom Projektsteuerer Assmann Gruppe, sieht aktuell eine Gesamtfläche von 12.080 Quadratmetern für die Schule vor. Im August des Vorjahres waren noch 13.445 Quadratmeter im Gespräch gewesen. Durch minimierte Verkehrsflächen (Gänge, Pausenbereiche etc.) und multifunktionale Nutzungen konnte die Fläche reduziert werden. Auf mehrfache Nachfragen zur Förderung hieß es seitens Assmann, es gebe die Maximalförderung.

Integriertes Quartierskonzept für Festplatz-Bereich

Ebenso wurde beschlossen, die Verwaltung und die Umwelt- und Energieagentur mit der Erstellung eines integrierten Quartierskonzepts zu beauftragen. Dieses Konzept umfasst die Wärmeversorgung, regenerative Stromgewinnung, Anpassung von Gebäuden an den Klimawandel und mehr. Die Kosten für die Erstellung des Konzepts sollen rund 185.000 Euro betragen.

Sie werden zu 90 Prozent bezuschusst, so dass für die Gemeinde Weingarten ein Eigenanteil von circa 1900 Euro bleibt. Bei der Nahwärmeversorgung soll der Fokus zunächst auf dem Festplatz-Quartier liegen und hier die kommunalen Gebäude sowie zwei Sportstätten umfassen. Die angrenzenden Wohnhäuser nordöstlich sollen in einer zweiten Phase einbezogen werden. Der Beschluss fiel gegen die Stimmen der FDP, die Fehlanreize durch Fördergelder befürchtete.

Wohin mit der Ringstraße?

Eine rege Diskussion löste die künftige Flächennutzung des Festplatzes sowie die Verkehrsführung aus. Auf dem Festplatz werden künftig die Turmbergschule, eine neue Feuerwehr-Fahrzeughalle sowie Parkplätze angesiedelt sein. Angesichts der vielen Varianten, die bereits im Gespräch waren, stellte Planer Modus Consult die Historie dar – inklusive aller ehemaligen Varianten für den Standort der geplanten Fahrzeughalle. Ideen wie Sandfeld, Gelände des ehemaligen Geflügelzuchtvereins oder Grünfläche der Walzbachhalle wurden bereits verworfen. Da in der Vergangenheit nicht alles in öffentlicher Sitzung besprochen worden war, herrschte selbst bei einigen Gemeinderäten Verwirrung ob der Varianten-Vielfalt.

Übrig blieben letztlich zwei Vorschläge: das Konzept Nummer 5 – bestandsorientiert und mit Kosten von 122.000 Euro günstiger. Hier würde die Ringstraße bleiben wie bisher, kritisch wäre nach wie vor die Kreuzung Ringstraße/Kanalstraße, die Radverkehrsführung nicht sicher. Für die Schule würde eine Fläche von 10.200 Quadratmeter eingeplant.

Präferenz für Straße über den Festplatz

Bürgermeister Eric Bänziger ließ klar erkennen, dass er Konzept 4 bevorzugt – dies würde eine Verlegung der Ringstraße bedeuten. Zwischen Schulgelände auf der einen, Feuerwehr-Fahrzeughalle und Parkplätzen auf der anderen Seite würde dann eine Straße verlaufen. Der Bereich vor der Feuerwehr wäre dann verkehrsberuhigt oder ganz frei von Fahrzeugen. Konzept 4 fand zwar viel Zuspruch, ist mit 480.000 Euro aber wesentlich teurer. Diese Variante soll nun ausgearbeitet und mit einer Kostenaufstellung im Gemeinderat in öffentlicher Sitzung vorgestellt werden. (fri)

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exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
04.05.2026
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Weingarten (Baden)
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